Morgan Sports Car Club Deutschland

31.03.2013, Ostersonntag, die Temperaturen liegen etwas über dem Gefrierpunkt, leichte Schneeschauer, der Morgan noch im Winterquartier und nur noch drei Wochen bis zu unserem Saisonauftakt in Metz.

Ich mache mir Gedanken, ob anstelle der Yokohamas, besser ein Satz passender Winterreifen angeschafft und montiert werden sollte.

Eine Woche später Entwarnung, der langersehnte Frühling kündigt sich tatsächlich an. Ich kann den Morgan endlich auf salzfreien Straßen in die heimische Garage überführen und die notwendigen Vorbereitungsarbeiten können an den folgenden Abenden durchgeführt werden.

13.04.2013, Samstag 13:57 Uhr !!!, Eingang einer E-Mail von Oliver bezüglich Navi – Anschrift der Rennstrecke und Empfehlungen hinsichtlich Betankung der Fahrzeuge am Vorabend der Veranstaltung.

17.04.2013, Mittwoch, nochmals eine Nachricht von Oliver mit dem von Axel ausgearbeiteten Zeitplan. Der geplante zeitliche Ablauf erscheint mir zunächst sehr optimistisch, wurde dann aber, wie sich zeigen sollte, gut eingehalten.

19.04.2013, Freitag, staufreie Fahrt bei bedecktem Himmel und moderaten Temperaturen Richtung Saarland. Ankunft gegen 16:00 Uhr im Romantik Hotel Linserhof. Nach einem ersten Hallo, erstmal zur Tankstelle, danach einchecken im Hotel. Die Autos durften dann, wie im Vorjahr, auf der Rasenfläche direkt vor dem Hotel geparkt werden.

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Nach und nach trafen weitere Teilnehmer ein und die im Winter vorgenommenen Modifikationen an den Fahrzeugen wurden interessiert begutachtet und diskutiert.

  • Emanuels 4/4 Sports mit neuem Kompressor (es sei bemerkt, dass es sich unser Präsident Stefan nicht nehmen ließ, den Ölausgleichsbehälter für den Kompressor bezüglich Ölverlust, eigenhändig abzudichten).
  • Axels Plus 8 (Holy Moly) mit verstärktem 4 – Ganggetriebe, neuen Stoßdämpfern, wie üblich, Verfeinerung im Finish und natürlich Aufkleber auf dem rechten vorderen Kotflügel WinnerLew Spencer Cup 2012.
  • Adrian, der den radikalsten Weg zum Vorjahr beschritt, indem er den neuen Plus 8 (Clementine) vom Genfer Salon 2012 (Fahrgestellnummer …001! siehe auch Morgan-Post Nr. 89) erwarb und mit doppelter Leistung (ca. 400 PS zu ca. 200 PS) gegenüber dem Vorjahr antrat.
  • Reinhard, der den bekanntlich sehr schnellen Plus Four Super Sports, aus guten Händen, von Günter übernommen hatte und sich zunächst an rechts lenken und links schalten gewöhnen musste
  • Ingos 4/4 Competition (Earl Grey) mit breiterer Bereifung, dezenten Kotflügelverbreiterungen und zusätzlichen Be- und Entlüftungsöffnungen in der Motorhaube.

Vermisst wurden:

  • Jim Heins ex – Nesbach + 8 – Rennwagen, mit dem im vergangenen Jahr die schnellsten Rundenzeiten erzielt wurden (unter 2 Min.). Bei letzten Einstellungsarbeiten am Fahrgestell am Donnerstagabend trat ein Schaden auf, der kurzfristig nicht mehr behoben werden konnte.
  • Auch die beiden Plus 4 Baby Doll VI von Stefan und Günter verweilten wieder bzw. noch auf ihrer Heimatinsel und konnten somit ihr Potential noch nicht unter Beweis stellen.
  • Und auch Ede, der krankheitsbedingt leider nicht wie gewohnt auf dem Beifahrersitz in Olivers +4 Platz nehmen konnte.

Die sehr angenehme Atmosphäre während dieser Zeit der Begrüßungen wurde dadurch abgerundet, dass wir die Flugübungen eines Uhus beobachten durften, der von seiner Lehrerin trainiert wurde.

Am Abend gab es dann ein schmackhaftes Menü im Restaurant, begleitet von den üblichen Bezingesprächen. Anschließend ging es nicht zu spät ins Bett, um am Samstag ausgeschlafen, den Weg zur Rennstrecke antreten zu können.

Samstag 20.04.2013, nachdem wir um 07:30 Uhr bei bedecktem Himmel und Temperaturen unter 10º C im Konvoi gestartet waren, erreichten wir nach ca. einer Stunde die Rennstrecke.

Zu der nicht wirklich angenehmen Temperatur hatte sich nun auch noch ein kalter Wind eingestellt, aber am wichtigsten war, dass es keinen Niederschlag gab und wir auf einer trockenen Strecke fahren konnten.

Dann emsige Betriebsamkeit im Fahrerlager, alle nicht notwendigen Teile, wie Seitenscheiben, Dach, Persenning wurden abgebaut und ausgelagert.

Axel richtete derweil die Zeitnahme ein und die Transponder wurden ausgegeben.

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Die Clubkameraden von Münsterland Classic Cars bauten ihre Support–Ecke einschließlich Zeltdach, Tischen, Bänken und technischem Gerät auf.

Bei der anschließenden Fahrzeugabnahme wurden Bremslicht, Reifenprofil, gültige Hauptuntersuchung und Stand der Bremsflüssigkeit kontrolliert.

Insgesamt hatten sich 31 Teilnehmer eingefunden, darunter auch einige Fremdfabrikate (3 x Porsche 911, 1 x Lotus, 2 x Mini, 2 x Austin Healey Sprite).

Nach der Streckenunterweisung der Neulinge durch Stefan und Ermahnung hinsichtlich fairen und vorsichtigen Fahrens durch Oliver, durften wir erstmals zum freien Fahren auf die durchaus anspruchvolle Strecke. Der Beginn (Einfahrt auf Strecke) und das Ende des jeweiligen Stints wurden durch Manfred mit Hilfe seines Regenschirms geregelt. Er konnte dadurch leider selbst nicht an den Wertungsläufen teilnehmen.

Endlich konnten wir, nach langer Winterpause, mit unseren Autos erstmals wieder den für jeden persönlich unterschiedlichen Grenzbereich vorsichtig ausloten.

Anschließend wurde in zwei Gruppen (Rot/Grün) das 1. Zeittraining durchgeführt. Nachdem Oliver den Ablauf (1. Runde Einführung, 2. Runde Setzzeit, 3. und 4. Runde Bestätigung der Setzzeit) erklärt hatte, ging es zu dem 1. Wertungslauf für beide Gruppen nacheinander auf die Strecke.

Dadurch, dass wir gegenüber dem Vorjahr auf eine nach Zeiten geregelte Startaufstellung verzichteten (jeder orientierte sich selbstständig an seinen Mitstreitern), konnte einiges an Zeit eingespart werden.

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Kurz vor Mittag bestand dann noch die Möglichkeit für Neulinge, begleitet auf die Rennstrecke zu gehen. Auch Simon nutzte diese Gelegenheit und erkundete erstmals erfolgreich, unter Aufsicht seines Vaters André, eine Rennstrecke am Lenkrad eines Porsches 911.

Die Verpflegung in der Mittagspause- bestehend aus Grillwürsten, Krautsalat, Brötchen, Baguette und Kräuterbutter. war deutlich schmackhafter als die Verpflegung in 2012 und auch erheblich kostengünstiger, da im Nenngeld enthalten.

Nach dem Essen mussten dann unter anderem Adrian, Reinhard und ich uns auf die Suche nach einer Tankstelle begeben um zu gewährleisten, dass wir noch die Läufe am Nachmittag bestreiten und die Heimreise zum Hotel antreten konnten. Da das Tankstellennetz in Frankreich scheinbar recht dünn ist, benötigten wir für diese Aktion ca. eine ¾ Stunde. Interessant auch der Verbrauch der Autos: Adrian musste (obwohl vollgetankt vom Hotel gestartet) in seinen neuen +8 knapp 45 l nachtanken, was einem Verbrauch von über 22 l/100 km entsprach. In den Tank meines +8 (3,9 l- Motor mit 4 x Weber 44 IDF) mussten 32 l nachgefüllt werden, was einem Verbrauch von ca. 17 l/100 km entsprach.

Nach der Mittagspause ging es für beide Gruppen wiederum nacheinander für jeweils ca. 20 Minuten zum 2. Zeittraining auf die Strecke. Jeder versuchte nochmals seinen eigenen Rhythmus zu finden und sich für den folgenden 2. Wertungslauf eine entsprechende Strategie zurechtzulegen.

Dann wurde es ernst und beide Gruppen absolvierten wieder sehr diszipliniert und umsichtig den 2. Wertungslauf.

Diejenigen, die vom Fahren immer noch nicht genug hatten, nahmen im Anschluss noch an den legendären 24 Minuten von Metz teil.

Nach entspannter Rückfahrt zum Hotel, kurzer Erfischung in der Bar und anschließender Ruhepause auf dem Zimmer, ging es zum Menü ins Restaurant.

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Nach dem wiederum sehr guten Essen, wurde die Siegerehrung von unserem Präsident Stefan durchgeführt. Er bemerkte, dass die Leistung der Teilnehmer immer besser würde und erläuterte die eigentlich unglaublichen Zeiten, die bezüglich der Gleichmäßigkeit erreicht wurden.

Die Abweichung bei den Plätzen 1 bis 6 lag zwischen 0,505 bis 0,983 Sekunden (unter 1 Sekunde !!!), die Abweichung für die Plätze 7 bis 10 lag zwischen 1,058 und 1,382 Sekunden.

Die ersten drei Plätze wurden wie folgt belegt:

  1. Platz Willi Schapmann (0,505 Sek. Abweichung)
  2. Platz Reinhard Frese (0,508 Sek. Abweichung)
  3. Platz Jasper Hein (0,512 Sek. Abweichung)

Der erste Platz bei den 2. Minuten von Metz ging an Ingo Zeitz.

Weiterhin erklärte Stefan, zu versuchen durch Reduzierung seines Gewichts um 5 kg und möglicherweise körperlicher Schrumpfung, das Leistungsgewicht bzw. den Luftwiderstand seines Fahrzeugs zu verbessern, um die erreichte beste Rundenzeit von Ingo in Zukunft unterbieten zu können.

Anschließend wurde dann noch durch Oliver in einer absolut demokratischen Wahl ermittelt, wer den Bericht zur Veranstaltung verfassen darf (nochmals vielen Dank).

21.04.2013, Sonntag, nach ausgiebigem Frühstück und Verabschiedung ging es dann bei immer noch trockenem Wetter und wenig Verkehr auf die Heimreise.

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Ich denke, es war für alle Teilnehmer eine sehr gelungene Auftaktveranstaltung in die Saison 2013.

Bedanken möchte ich mich bei den Organisatoren Oliver, Axel, Manfred und dem Team von Münsterland Classic Cars.

Die Fotos stammen von Günter Biener und Bernd Wilmshöfer

Man sieht sich auf der Rennstrecke !

Grüße Rolf