Morgan Sports Car Club Deutschland

Bobby Moore – Celebrity Race

Im Juli 2001 kam es endlich zur gemeinsamen Fahrt mit Stefan nach England.

Zuvor gab es schon einige erfolglose Anläufe, die aber letztendlich immer wieder scheiterten. Der Grund dieser Fahrt, war die Einladung für Stefan mit seinem Lightweight zum Celebrity Race auf dem Silverstone Circuit, anlässlich der Silverstone Classic.

Das Morganwerk hatte ein Aufruf an die Lightweight-Besitzer gestartet, mit der Bitte ihre Fahrzeuge für einen guten Zweck zur Verfügung zu stellen. Von den 37 Lightweight kamen 17 nach Silverstone, selbstverständlich auch HotDoc II.

Mittwoch, 20.07.2011

Ich startete am Mittwoch Nachmittag bei strömenden Regen in Richtung Viersen. Dort wurde ich herzlich von Marita, Stefan und ihrem Sennenhund empfangen. Marita hatte schon ein köstliches Essen vorbereitet und nach ein paar Bieren ging es früh ins Bett, da am nächsten Tag die Nacht um 5 Uhr zu Ende sein sollte.

Donnerstag, 21.07.2011

Ein kurzes Frühstück und schon ging es mit Stefan, Henryk (Stefans Sohn), mir und HotDoc II auf die Piste. Die Fähre in Calais war für 10 Uhr reserviert, Henryk musste um 15 Uhr in Heathrow sein und in Frankreich wollten wir noch einen 4/4 Competition besichtigen – eine ordentliche Vorgabe!

Das Wetter war an diesem Donnerstagmorgen auch nicht viel besser und der Verkehr tat sein übriges um die erste Vorgabe nicht zu schaffen. Der Termin in Frankreich wurde schon früh auf Sonntag Nachmittag verlegt und die letzte Hoffnung die Fähre noch zu schaffen, hat dann die Zollkontrolle erfolgreich vereitelt. So konnten wir uns 1,5 Stunden ausruhen, ohne das Wissen, diese Ruhepause noch zu brauchen. In England angekommen, änderte sich weder das Wetter, noch der Verkehr – im Gegenteil. Der chaotische Verkehr rund um London brachten Stefan und Henryk fast zur Verzweiflung. 15 Uhr – no way und dabei hatten wir durch die Zeitumstellung schon eine Stunde gewonnen. Henryk lieferten wir um ca. 16 Uhr in Heathrow ab und das Navi führte uns zur Werkstatt von Richard Thorne. Dort hatte Stefan noch einige Dinge zu klären und erfuhr noch letzte, wichtige Details für die Veranstaltung. HotDoc II sollte noch an diesem Abend in die Box an der Rennstrecke gebracht werden. Die notwendigen Einfahrtdokumente und VIP-Armbänder (Ja – wir waren jetzt VIPs :o} ) bekamen wir sehr unkompliziert direkt an der Rennstrecke. In der Box (Diese neue Boxenanlage wurde erst vor kurzem für ca. 20 Millionen Pfund neu errichtet) standen schon einige Lightweights, aber auch neue Threewheeler. Den Trailer noch kurz im Fahrerlager geparkt und wir machten uns auf die letzte Etappe zum Hotel. Um 20 Uhr erreichten wir dann endlich das Hilton Northampton. Dieses Hotel wäre auch eine gute Option für unsere Clubfahrt im nächsten Jahr.

Unsere Kraft reichte gerade noch für den Check In und ein Abendessen im Hotel. Sichtlich gezeichnet sanken wir in unsere Betten, um von den anstehenden Rennen zu träumen.

Freitag, 22.07.2011

Am nächsten Morgen präsentierte sich England, wie ich es schon vielfach erlebt hatte – strahlender Sonnenschein.

Frisch gestärkt mit einem englischen Frühstück ging es zur ca. 20km entfernten Rennstrecke über kleine Sträßchen durch malerische Dörfer. Durch unseren VIP-Status gelangten wir schnell und mitten in das Herz des Veranstaltungsgeländes. Die Morgan-Box füllte sich nach und nach mit den Fahrzeugen des Celebrity-Race. In der Nachbarbox stand der wunderschöne, rote SLR von Simon und nach einem freundlichen Gespräch bekam Stefan und ich die einmalige Gelegenheit, in diesem 300.000,- Euro-Renner Platz zu nehmen – ein tolles Gefühl. Simons und ein weiterer SLR (von insgesamt 3 gebauten Exemplaren !) wurden in der GT-Klasse gefahren. Um 18 Uhr sollten sich alle zur Teilnahme eingeladenen Lightweights einfinden. Zeit genug, um das Gelände und die zahlreichen Stände in Ruhe zu erkunden. Es wurde viel geboten: Zubehör neu / gebraucht, Bildergalerien, Kleidung, Clubstände, Memorabilia jeglicher Art, Clubstände vieler Marken, und, und, und,.....

Insgesamt waren auf dem Gelände über 7000 klassische Fahrzeuge, 120 Clubs, 800 klassische Rennfahrzeuge und 1000 Race-Piloten. Hier die E-Types (ca.1000 ! und 52 Raceversionen), da ein Lancia Stratos, Bentley Blower, ein Formel1- Renner von Nigel Mansell, ein Rudel Daytona Cobras, eine ganze Box voller Ferraris, die Armada der Lotus Cortinas, ich wusste nicht, wohin ich zuerst schauen sollte, mein Blut verwandelte sich nach und nach in hoch oktanhaltige Flüssigkeit.

So mussten wir uns erst einmal auf der Sitzgruppe am Morganstand erholen. In der ganzen Zeit genossen wir die Fürsorge der Crew um Richard Thorne.

Am Freitag Abend trafen wir uns mit Oliver und Ede, die leider in einem anderen Hotel untergebracht waren. Die Suche nach einem indischen Restaurant gestaltete sich so schwierig, dass wir letztendlich in einem mexikanischen Restaurant mit polnischer Bedienung landeten – Multikulti. Die Bestellung übernahm dann auch prompt Stefan mit sichtlicher Freude.

Samstag, 23.07.2011

Stefan und ich fuhren schon früh zur Rennstrecke, da wir es vor lauter Spannung sowieso nicht länger aushalten konnten – eine richtige Entscheidung!

Oliver und Ede wollten nach der langen Fahrt am Vortag etwas länger schlafen und konnten sich dann anschließend im Besucherstau noch etwas ausruhen. Um 11 Uhr kamen die Celebrities und suchten sich die passenden Fahrzeuge aus. Die drei links gelenkten Moggies fanden wenig Anklang, was sich im Nachhinein für die Besitzer sicherlich als Glücksfall heraus stellen sollte.

Danach ging es zum Training auf den im Infield liegenden „Stowe Circuit“, eine Rennstrecke in der Rennstrecke. Dieses Training war nicht sonderlich spannend und somit widmeten wir uns lieber dem Hospitality. Oliver und Ede ernannten wir noch schnell zu VIPs und so genossen wir zusammen die Annehmlichkeiten des Catering.

Für 16.30 Uhr stand das Qualifying an. Die Damen und Herren ließen sich ein wenig Zeit und so warteten wir gespannt auf den Start. Von den ursprünglich vorgesehenen 17 Startern vielen schon 2 weg, da sie ihre Lizenz vergessen hatten; wenn ich zu einem Rennen fahre, kann ich die schon mal vergessen. 3 weitere waren nicht mit der Namenswahl auf ihren Autos einverstanden, da waren es noch 12. 12 Fahrzeuge auf einem 5,9km langen Kurs sollten eigentlich reichlich Platz haben – hatten sie nicht.Nach der Qualifikation war ein weiterer Morgan durch Unfall ausgeschieden, diverse andere beschädigt – da waren es noch 11.

Um 18.30 Uhr endlich das Rennen. Schon in der ersten Runde kam Luther Blissett auf die Kerbs und überschlug sich seitlich drei Mal. Durch den Überrollbügel und die Hosenträgergurte wurde Schlimmeres vereitelt und er stieg absolut unverletzt aus dem sichtlich zerstörten Fahrzeug aus – da waren es noch 10. Nach dem anschließenden Re-Start ging alles glatt und die ersten Vier lieferten sich ein ansehnliches Rennen, mit mehrfachen Positionswechseln. In der VIP-Lounge hatte Stefan noch die Möglichkeit Charles Morgan ein Bild zu überreichen, auf dem der Lew Spencer-Wanderpokal und die Daten unserer Clubläufe zu sehen ist.

Nach dem Rennen verluden wir Stefans Moggie und fuhren zum Hotel. Mit Oliver, Ede und dem mittlerweile angereisten Albert Streminski verbrachten wir einen schönen gemeinsamen Abend in einem indischen Restaurant (mit indischer Bedienung).

Sonntag, 24.07.2011

Früh ging es auf die Autobahn in Richtung Dover, auch diesmal schafften wir die 10 Uhr-Fähre nicht. Unsere Heimfahrt wurde durch den Besuch bei einem französischen Besitzer eines alten 4/4-Competition unterbrochen. Auf einem Kiesweg vor einem kleinen, aber feinen Haus parkte der cremeweiße 4/4er. Dieser Wagen war schon lange im Besitz von Lionel, der in den 70er / 80er auch Rennen mit einem 4/4 Competition bestritt. Die Dokumentation, die alten Bilder und Geschichten rund um den 4/4 waren schon beeindruckend. Leider war der Preis zum Zustand nicht ganz passend, eine Probefahrt ließen wir uns aber nicht entgehen. Hinter dem Haus befand sich ein Park ähnliches Grundstück, mit 2 Pferden darauf. Eines davon (37 Jahre alt !) verbringt seinen Lebensabend in dieser schönen Umgebung. Auf einer Koppel stand inmitten mannshoher Gewächse ein Trailer mit einem Mini. Vor einer langen „Bretterbude“ parkte ein alter Morris, ohne Türen, aber mit reichlich Bewuchs im Innenraum. Lionel öffnete die Türen und wir wussten schlagartig, was ein Scheunenfund bedeutet. Eingebettet in tausenden von Teilen stand kaum sichtbar ein originaler Lotus Super Seven. Darüber thronte unter der Decke ein Aluchassis eines Gibli. Laut Lionel ist dieser Wagen ein Einzelstück und wurde von ihm auch bei Rennen eingesetzt. Unter dem Gibli, nur halb zu erkennen, ein Kinderrennwagen mit Vespamotor und originaler Ferrari-Fahrgestellnummer. Links und rechts standen ein Karman Ghia Coupé und ein Marcos 1600 GT. In einer anderen Garage zeigte uns Lionel noch eine Cobra-Replika mit 4,2l Rover V8. Es war eine nette Begegnung mit wiederum vielen neuen Eindrücken. Bei wunderschönem Wetter spulten wir die restlichen 300km bis nach Viersen ab. Allerdings empfing uns direkt an der deutschen Grenze das „Sommerwetter“ mit reichlich „Liquid Sunshine“.

Marita hatte schon wieder ein leckeres Abendessen zubereitet und gestärkt fuhr ich dann die letzten 400km im strömenden Regen nach Hause.

Es war ein schönes, spannendes Wochenende mit Freunden und reichlich „Benzin“. Ich habe mit Sicherheit noch viele Begebenheiten vergessen, aber ich denke, der „Spirit“ ist rüber gekommen – Keep Racing.

Bericht von Axel Schwarz