Morgan Sports Car Club Deutschland

Zum ersten Mal unternimmt der MSCCD seinen 2. Lauf der jährlichen Clubmeisterschaft auf der Rundstrecke „Circuit de Chambery“ in Frankreich, nahe der Stadt Metz.

Organisiert haben diesen Lauf Oliver Haake und Ingo Zeitz. Ingo betreut auch den Porsche-Club Rheinland, welcher ebenfalls mit in Metz war und sich an den Kosten der Streckenmiete beteiligte. Eine gute Sache!


Die Rennstrecke(Länge 5km, kurze Schleife 3.3km), wurde vor wenigen Jahren von einem Privatmann in der Nähe eines Nato - Flugplatzes komplett neu gebaut und zeichnet sich durch extrem viele Kurven aus. Näheres unter :www.fmaillet.com

 

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Das Romantik Hotel „Linslerhof“ in Überherrn, nur wenige Kilometer von Saarlouis und Frankreich entfernt, bot uns ein wunderbares Quartier und kulinarische Delikatessen. Das Hotel befindet sich seit Ende des 19. Jahrhunderts im Eigentum der Familie von Boch-Galhau und wird von Frau Brigitte von Boch-Galhau mit viel Liebe zum Detail seit 1995 geführt. (www.linslerhof.de).


Die Anreise am Freitag gestaltete sich äußerst strapaziös (viele, viele Staus und außergewöhnliche Hitze). Völlig verschwitzt und abgespannt kamen wir abends an.

Im Biergarten trafen wir die ganze Morgan-Truppe und wurden sehr herzlich empfangen. Ein wunderbares Buffet, ein kühles Bier, viele nette Gespräche, ließen die erlittenen Strapazen schnell vergessen.

Die Abfahrt für den nächsten Morgen war auf 7:30 Uhr angesetzt. Also, wieder nichts mit Ausschlafen, sondern um 6:00 Uhr aufstehen, dann Frühstück, und dann ging es auch schon los. Ein Konvoi von 8 Morgans und ein Vielfaches mehr an Porsche fuhren über französische Landstraßen, durch kleine romantische Orte, vorbei an wunderschönen Panoramen mit intensiven Ausblicken und Eindrücken - sehr zur Freude aller Schaulustigen.

Nach einer knapp 1- stündigen Fahrt waren wir dann da. Es präsentierte sich auf den
ersten Blick ein etwas seelenlos anmutender Flughangar, an dem die Rennstrecke
zugeordnet war. Kein Baum, nur Gras und Weite und natürlich die Rennstrecke. Das war schon einmal beruhigend, kein Hindernis, welches einem Morgan schaden konnte.

Um 9:00 Uhr begann das freie Training. Die Sturzhelme aufgesetzt, sofort liefen
allen Bäche von Schweiß übers Gesicht, aber da musste man durch. Nach ersten zaghaften Fahrversuchen, wurde ich ein bisschen mutiger und fuhr meine
„Lady“ zunehmend rasanter und hochtouriger. Was für eine Verwandlung! Mein Moggi verwandelte sich unversehens von einer „nörgelnden " Dame“ auf der Landstraße zu einem „wilden Biest“ auf der Rennstrecke.

Nach einer kleinen Pause, wurde ich von Manfred sehr kompetent und freundlich durch eine Testrunde in seinem roten Morgan plus 8 in meiner ersten Teilnahme an einem Rennen unterstützt. Die Kurven ohne großen Lenkanschlag anfahren, saubere, schnörkellose Kurvengeometrien suchen, das Auto in seinen
Grenzbereich bringen und alles mit gezieltem Gas geben schön locker unter Kontrolle halten. Die Schnelligkeit ist nicht alles, sondern die Gleichmäßigkeit.

Ingo Zeits, ein sehr erfahrener Rennfahrer, zeigte mir trotzdem einmal, wie ein Morgan 4/4 Sport Competition auch noch bewegt werden kann, nämlich schnell, sehr schnell. Die Straßenlage des Morgan 4/4 ist einfach genial, hat sich doch an der Konstruktionsweise des Morgans seit den 30-iger Jahren des letzten Jahrhunderts fast nichts geändert.

Punkt 12:00 Uhr endete dann das freie Training (die französischen Betreiber kannten da kein Pardon). Unsere Freunde die Porsche-Fahrer hatten ihren Gleichmäßigkeitslauf bereits beendet und fuhren zurück zum Linslerhof. Ein bisschen neidisch waren wir Zurückgebliebenen schon, ein kaltes Bier hätte uns bei der Affenhitze wohl auch geschmeckt. So warteten wir also bis 14:00 Uhr.

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Im Schatten des Hangars machten wir Mittagspause. Einige schliefen, die anderen
schauten ein wenig ermattet in die Landschaft. Ingo ging wie ein Apache auf Spurensuche. Wollte mal schauen, ob es eine Gartenwirtschaft oder ähnliches zu finden gäbe. Auf einmal riss uns eine Kunstflugstaffel der französischen Armee aus unserer mittäglichen Lethargie und lieferte uns ein atemberaubendes Spektakel. Ich musste unwillkürlich an den Film von Heinz Rühmann denken „Quax der Bruchpilot“. Aber es passierte nichts, außer dass wir blendend unterhalten wurden, bis unser Rennen begann.

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Ingo schlug vor, dass er ein paar Einführungsrunden fahren wollte. Jeder von uns fuhr einmal hinter ihm den Rennkurs nach. Am Start-Ziel jeweils Wechsel zum Nächstfolgenden. Das war großartig so, weil jeder einzelne so die Gelegenheit bekam, in weiteren 8 Runden den Streckenverlauf immer besser kennen zu lernen. Danach gings dann mit der für die Clubmeisterschaft gewerteten Rennrunden weiter. Dazu fuhr jeder eine Einführungsrunde, eine zweite Runde mit Zeitmessung, eine dritte Runde mit Zeitmessung, und vierte Runde als Auslauf.

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Die Rundenzeiten: Schnellste Runde Porsche 911 GT3 RS 2.00 min mit einem Semiprofi am Steuer. Dann Stefan mit 2.07 min auf seinem Morgan Roadster Leightwight, drittschnellste bei Porsche, dann Ingo mit 2.13min , Morgan 4/4 Sport Competition.


Gegen 16 Uhr fuhren wir dann alle wieder gemeinsam zum Linslerhof zurück.


Uns zu Ehren spielte dann Deutschland ein super Fußballspiel (Deutschland-Argentinien 4:1), dass wir völlig verschwitzt und bei herrlichem kühlem Bier genossen. Auch an diesem Abend ließen wir uns ein schönes Abendessen im Biergarten des Linslerhofes schmecken. Freilich durfte auch die Preisverleihung nicht fehlen:

1.Preis: Marc Möller, 2.Preis: Stefan Scieszka , wobei Mark und Stefan beide gleich 2/10 Sekunden Abweichungen hatten, 3. Preis: Albert Streminski. Auf Platz 4: Michael Heintze, der mit 7/10 Sekunde Differenz sein erstes Rennen überhaupt, relativ gleichmäßig bewältigte. In der Hoffnung, dass auch die Frauen "Blut geleckt " hatten bekamen sie als Anerkennung ihres Dabeiseins, tolle Medaillen. „Wir kommen wieder!“, war die einhellige Meinung aller!!!!!

Michael Heintze mit Ute